Hardware as a Service
Tesla betrachtet das Auto genau so wie Apple das iPhone:
Als Gehäuse für iOS
Das Fahrzeug ist bei Tesla auch nur der “Floater”, die Plattform für die Software. Unter dem Aspekt kann man verstehen, wieso Tesla behauptet, das einzige Fahrzeug zu bauen, welches über die Betriebsdauer kontinuierlich besser wird. Dagegen werden konventionelle Fahrzeuge älter und schlechter, da die Features der neuen Modellgeneration natürlich nicht mehr implementiert werden. Anders bei Tesla. Die Hardware des Autopiloten war schon früh in allen Fahrzeugen verbaut. Wer wollte, konnte die Funktionen später “over the air” aktivieren. Erinnert mich an Volvo und seine Standheizung. (Es gibt sicher noch mehr Beispiele). Nur haben diese Firmen nicht verstanden das als Feature zu vermarkten.
HAAS im Nieschenmarkt

HAAS sehen wir übrigens immer häufiger: Das neuste Gleitschirm-Vario/Flugcomputer des Schweizer Herstellers Flytec ist mit rudimentären Funktionen ausgeliefert worden und wird nun regemässig mit neuen Software-Funktionen erweitert.
“Das Vario, das jeden Monat mehr kann: Rund alle vier Wochen liefern wir mit einem Software-Update neue Funktionen. Derzeit schliessen wir die erste Runde im Navigationsteil ab: Erflogene Strecke, erwartete Ankunftshöhe, mehrere Startgates bei Rennrouten. Als nächstes treiben wir die Lufträume weiter: Automatische Aktualisierung, Detail-Informationen, Warnungen, Seitensicht. Parallel dazu entwickeln wir die Bluetooth-Anbindung für Tablets, Pitot und Flarm. Karten, Höhe über Grund und viele weitere fortgeschrittene Funktionen folgen.”
Interessant auch hier das Preismodell: Wer früh einsteigt, bekommt die Hardware (mit reduziertem Softwarefunktionsumfang) sehr günstig, das Gerät wird (mit wachsendem Softwarefunktionsumfang) sukzessive mehr Wert. …und damit teurer.
Every company becomes a software company
hat Satya Nadella Microsoft CEO, auf der Company’s annual Convergence 2015 in USA gesagt.
Stimmt. Wenn man mal in ein heutiges Fahrzeug schaut ist da schon eine ganze Menge Software drin. Und übrigens ist es auch genau diese, beziehungsweise die Mensch-Maschine Schnittstelle, oft in Form des Navis, die in ein paar Jahren unattraktiv alt wirkt:
Das Navi hatte ich auch mal. Ein Wahnsinnsgerät im Jahre 2000. Sieht heute etwas veraltet aus wenn man mal die Auflösung der Karte denkt. Die Performance ganz zu schweigen.
Wer erinnert sich noch an diese Geräte? Monochromes Display, zwei Zeilen, nur Pfeile, keine Karte. State of the Art. War das etwa im Jahre 1998?

Da finde ich den Ansatz mit einem grossen Screen und einem flexiblen Aufbau der Icons ziemlich schlau:

Wenn man jetzt noch in Betracht zieht (Mooresches Gesetz), dass sich damit die Innovationszyklen in der Automobilbranche von ca vier (für die erste Fahrzeuggeneration) und drei Jahren (für das Facelift) bis zum nächsten Modell auf ca ein bis zwei Jahre (bis zum nächsten Modell wie bei den Handys) reduzieren wird, dann sehen die meisten Hersteller aktuell ziemlich alt aus.
Inspiriert durch: https://medium.com/@chamath/haas-and-the-future-of-tsla-eec3d46b973b#.9n0j7pt31